Kirchen

Johanneskirche
Jaani 5
Eine mittelalterliche Kirche im gotischen Stil, die wie kaum eine Zweite innen und aussen mit ursprünglich über tausend kunstvoll gefertigten Statuen aus Terrakotta geschmückt war und bis heute – trotz altersbedingtem Schwund an Verzierungen – immer noch fast einzigartig ist. Terrakotta war im Mittelalter nicht gänzlich unbekannt, aber in dieser Anhäufung von aussergewöhnlich kunstvoll bearbeiteten figürlichen Darstellungen gibt es in der gesamten gotischen Tradition keine vergleichbare Kirche. Schon aus diesem Grund sollte man sich Zeit für die Besichtigung nehmen. Wer sich fit genug fühlt, die 135 Stufen zur Aussichtsplattform im Glockenturm zu nehmen, wird mit einem atemberaubenden Blick über die historische Altstadt von Tartu belohnt.



Marienkirche
Öpetaja 5
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es für die Anhänger des lutherischen Glaubens nur die Johanneskirche, da die ursprüngliche Marienkirche durch ein grosses Feuer fast gänzlich zerstört und später abgerissen wurde. Die Johanneskirche war zu klein für zwei Gemeinden und so plante der Architekt G.F.W. Geist 1838 ein klassizistisches Gebäude in der Innenstadt Tartus, das 1842 unter dem Namen Marienkirche Tartu geweiht wurde. Im Laufe der Jahre erhielt die Kirche neue Kirchenglocken, eine Orgel und eine neue Kanzel. 1934 erfolgte der Einbau einer Zentralheizung und 1936 die Erweiterung des Pfarrhauses um einen Konfirmationssaal auf zwei Etagen. Während der russischen Besatzung wurden die angebauten Räume als Behandlungsort für Tuberkulosekranke benutzt und erst 1994 an die Kirchengemeinde zurück gegeben. 1997 weihte Bischof Einar Soone die renovierten Kirchenräume der Marienkirche in Tartu erneut.

Domkirche
Lossi 25
Der Dom in Tartu stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde im gotischen Backsteinstil an die Nordseite des Dombergs – umgeben von Häusern für die Mitglieder des Domkapitels und einem Friedhof – gebaut. Sie war die grösste Kirche des Bistums Tartu. Schon Ende des 13. Jahrhunderts
war die Kathedrale für ihre Gemeinde benutzbar, aber erst Ende des 16. Jahrhunderts waren die Arbeiten am Dom zu Tartu komplett abgeschlossen, nachdem die 66 m hohen Zwillingstürme an der Westfront fertig gestellt waren. 1525 – beim so genannten „Bildersturm“- wurde der Dom stark beschädigt und verfiel in den folgenden Jahren immer mehr, da die ständigen Kriegshandlungen in und um Tartu keine Zeit für einen Wiederaufbau liessen. Bis ins 18. Jahrhundert nutzte die Stadtbevölkerung nur den Friedhof der ehemaligen Kathedrale. Erst 1802 unter Zar Alexander I. erhielt der von ihm bevorzugte Architekt J.W. Krause den Auftrag, Teile der Ruine bzw. den Chorraum zu einer Universitätsbibliothek umzubauen. Sowohl 1960 als auch 1985 wurden die Räumlichkeiten der Bibliothek ausgiebig renoviert und modernisiert. Heute bewohnt das Historische Museum (Tartu Ülikooli ajaloomuuseum) der Universität Tartu die Räume, nachdem die Universitätsbibliothek in ein neues Gebäude gezogen ist. Von der Domkirche ist nur eine immer noch imposante Ruine übrig, die in Teilbereichen restauriert wurde.

Evangelisch-lutherische Petruskirche
Narva mantee 104
Die Gemeinde der evangelisch-lutherischen Petruskirche wurde durch einen Trennungsvertrag zwischen der Marienkirche und der Petrusgemeinde unabhängig und errichtete eine eigene Kirche, die 1884 geweiht wurde. Das gotische Gebäude kann bis zu 3000 Gläubige während der Messe beherbergen.

Estnisch-Orthodoxe Uspenski – Kathedrale
Magasini 1
Das erste orthodoxe Gotteshaus in Tartu wurde auf Wunsch der russischen Zarin Elisabeth (Jelisaweta Petrowna Romanowa) nach dem Nordischen Krieg erbaut und 1754 geweiht. Sie wurde bei dem grossen Feuer in Tartu 1775 zerstört und erst im Jahr 1840 mit typisch russischen Merkmalen wie einem Kuppeldach mit Zwiebeltürmen wieder aufgebaut.

Estnisch-Orthodoxe Alexanderkirche
Söbra 19a
Die Genehmigung zum Bau der Alexanderkirche erhielt die 1913 gegründete neue Gemeinde des Stadtteils Karlova vom Erzbischof persönlich, der 1918 dem Kirchengebäude seinen Segen aussprach und die Weihe der Kirche vollzog. 1940 wurde auch diese Kirche verstaatlicht und als Lager für die Universität und das Estnische Nationalmuseum verwendet. Erst 1995 bekam die Gemeinde ihr Gotteshaus zurück, restaurierte den sich neigenden Kirchturm und erhielt im Sommer 2003 erneut die Kirchenweihe.