Bauwerke

Rathaus
Dieser wunderschöne klassizistische Bau wurde von dem Rostocker Stadtbaumeister Johann Heinrich Bartholomäus Walter geplant und 1789 fertig gestellt. Vor dem Rathaus befand sich schon früher ein grosser Marktplatz, der nicht nur für die Veranstaltung von fröhlichen Festen und Jahrmärkten genutzt wurde, sondern auch Ort der öffentlichen Hinrichtungen war. Heute ist der Rathausplatz zentraler Treffpunkt der Menschen in Tartu. Von den Terassen der unzähligen Cafes und Gaststätten rund um den Rathausplatz hat man einen schönen Blick auf den Fluss Emajögi.



Universitätsgebäude
Ein Paradebeispiel für imposante klassizistische Bauwerke. Der Universitätsarchitekt J.W.Krause hat mit dem Entwurf dieses Gebäudes ein Meisterwerk vollbracht, das 1809 eröffnet wurde und bis heute für besondere Feierlichkeiten der Stadt genutzt wird. Die prächtige und grosszügige Aula des Lehrgebäudes wurde ausgiebig renoviert und verfügt über eine bemerkenswert gute Akustik, so das dort häufig öffentliche Musikkonzerte veranstaltet werden. Im Kunstmuseum der Universität sind Anmeldungen für einen Besuch der Aula oder des im Dachgeschoss befindlichen ehemaligen Karzer möglich. Ein Karzer war für Studenten gedacht, die sich nicht an die Regeln der Universität hielten oder sonst durch „unangemessenes“ Verhalten auffielen. Die Wände und Türen des Karzers geben in Wort und Bild Auskunft über die „Einsichten“ der damaligen Studenten.

Bischofsburg (Castrum Tarbate)
Im Jahr 1215 eroberte der Schwertbrüderorden im Livländischen Krieg die Burg des Grossfürsten Jaroslaw von Kiew und errichteten eine eigene Bischofsburg auf dem Domberg (Toomemägi).

Altes Anatomikum
Dieses Gebäude ist ebenfalls der Planung des Architekten J.W.Krause zu verdanken, denn es gehört zu den ersten Gebäuden der Universität Tartu nach der Wiedereröffnung. Die Räumlichkeiten dienten früher dem Fachbereich Medizin und sind heute Teil des historischen Museums der Universität.

Sternwarte
Auch dieses Gebäude verdankt die Stadt Tartu dem Architekten J.W. Krause. Hier war von 1820 – 1839 der Entwickler des Struve-Bogens – Friedrich Georg Wilhelm von Struve – als leitender Direktor der Sternwarte tätig. Der Struve-Bogen dient der exakten Bestimmung der Grösse und Form des Erdballs mittels 265 festgelegter Vermessungspunkte und 60 Nebenvermessungspunkten auf einer Strecke von 2821,833 km. Die UNESCO nahm 2005 den Struve-Bogen als erstes wissenschaftliches Instrument in die Liste des Weltkultur – und Naturerbes der Menschheit auf.
Seit 1998 bewohnt das AHHAA- Wissenschaftszentrum das Gebäude der ehemaligen Sternwarte und hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch interaktive und unterhaltsame Präsentationen und Ausstellungen den Besuchern des Instituts die Scheu vor der „unheimlichen Macht, die Wissen schafft“ zu nehmen. Allerdings ist für das Jahr 2011 ein Umzug geplant, denn das Institut hat mit Hilfe der Architekten Vilen Kinnapuu und Ain Padrik einen Neubau in Auftrag gegeben, der im Frühjahr 2011 im City-Center von Tartu eröffnet werden soll. Bis dahin finden aber weiterhin interessante Ausstellungen und Events im bisherigen Gebäude statt. Ab Juli lädt das Haus zu einer ganz besonderen Veranstaltung unter dem Namen „Dark matters“ (Dunkelheit spielt eine Rolle) ein. Hier sollen die Besucher etwas über dauerhafte „Dunkelheit“ und die daraus resultierende Veränderung der anderen Sinneswahrnehmungen wie Hören, Riechen, Schmecken oder Fühlen erfahren. Wer könnte bei einer solchen Erfahrung besser unterstützen als blinde Menschen, die ihr ganzes Leben in dieser Weise verbringen und den Besuchern gerne über eigene Erfahrungen berichten werden.
Die Sternwarte ist täglich von 10.00 – 20.00 Uhr geöffnet

Adelshäuser (ehemaliges Lehrerseminar)
Die klassizistischen Gebäude wurde 1828 erbaut und bis 1922 von Adligen der Stadt bewohnt. Die Universität von Tartu kaufte die Gebäude und richtete dort ein Lehrerseminar für die estnische Landwirtschaftsakademie ein, die die Räumlichkeiten bis 1947 nutzte. Heute befinden sich die Gebäude wieder im Eigentum der Universität.

Staatsgericht
Ursprünglich als Kaserne im Jahr 1763 gebaut, wurde das zerstörte Gebäude 1802 als Universitätskrankenhaus wieder aufgebaut und bis 1993 als solches benutzt. Nachdem sich die höchste Gerichtsinstanz Estlands wieder in Tartu angesiedelt hat, arbeiten seit 1993 die Angestellten des Staatsgerichts in diesem Haus.

Denkmal für die Opfer des Stalinismus „Rukkilill“
Das in Form einer übergrossen Kornblume (Nationalblume Estlands) gefertigte Kunstwerk aus dem Jahr 1990 soll an die unzähligen Opfer des Stalinismus erinnern. Viele Menschen in Estland legen hier immer wieder Blumen im Gedenken an Verstorbene ab.

Antoniusgilde
Die Antoniusgilde war ein Zusammenschluss von verschiedenen Handwerkern, die bis zur Schliessung der Gilden durch die Regierung im Jahr 1920 gemeinsam im Jaaniviertel von Tartu diese Häuser bewohnten und ihrer Arbeit nachgingen. Heute existieren noch immer zahlreiche Werkstätten und Ateliers in den ehemaligen Gildehäuser und die Handwerker präsentieren den Besuchern ihr kunsthandwerkliches Geschick bei der Arbeit oder bieten ihre Waren zum Verkauf an.

Gutshaus Karlova
Dieses Gutshaus gehörte eigentlich zum Gut Tähtvere und wurde 1793 ausgegliedert und Anfang des 19. Jahrhunderts ausgebaut. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten Ende des 20. Jahrhunderts befindet sich das schmucke Gutshaus heute in Privatbesitz und kann nur nach Absprache mit einem Führer besichtigt werden.

Gutshof Tähtvere
Das Gut gehörte im Mittelalter dem Bischof von Tartu und befand sich später in Privatbesitz. Durch die Landreform 1919 teilte man die Ländereien des Hofes in 200 Grundstücke auf, die mehr und mehr besiedelt wurden, so das man der Stadt Tartu immer näher kam und sich ein neues Stadtviertel bildete. Heute befindet sich im ehemaligen Haupthaus des Gutes das Institut für Tierzucht der Landwirtschaftlichen Universität.

Haus des estnischen Studentenverbands
Dieses Gebäude ist der Treffpunkt aller estnischen Studenten in Tartu, die dem Studentenverband (EÜS) beitreten. Es gilt als Beispiel für frühe estnische Architektur und wurde 1901 fertiggestellt.

Küssende Studenten (suudlevad tudengid)
Auf dem Rathausplatz in Tartu ist die mit einem Regenschirm versehende Brunnenskulptur zweier sich küssender Studenten von Mati Karmin seit 1988 ein Symbol der lebhaften Studentenstadt.

Ehrendenkmal für Gustav II. Adolf
Zu Ehren des schwedischen Königs und Gründers der Universität von Tartu wurde dieses Denkmal
im Hof der Universität aufgestellt. 1950 entfernten die russischen Besetzer das Ehrenmal und erst 1992, ein Jahr nach der erneuten Unabhängigkeit Estlands , wurde durch die Unterstützung Schwedens ein neues Denkmal errichtet und durch den regierenden schwedischen König eingeweiht.

Das Barclay-Haus
Nach der Witwe des russischen Feldherrn und Kriegsministers Fürst Michael Bogdanowitsch Barclay de Tolly (1761 – 1818) benannt, wurde das klassizistische Gebäude aus dem späten 18. Jahrhundert nach dem Tod des Fürsten von seiner Frau, der Herzogin von Barclay de Tolly gekauft und bewohnt. Beim Bau des Hauses wurde die dem Fluss Emajögi zugewandte Seite auf den Resten der alten Stadtmauer errichtet, die andere Seite jedoch auf Holzpfählen gebaut, die dem Gewicht wohl nicht gewachsen waren und nachgaben. So geriet das Haus in seine bis heute sichtbare „Schieflage“, die man bei einem Besuch des Kunstmuseums, das in den Räumen des Hauses seine Ausstellungen präsentiert, in Augenschein nehmen kann.

Barclay de Tolly Denkmal
Ein Steinmonument mit Büste zu Ehren des russischen Feldherrn Fürst Michael Bogdanowitsch Barclay de Tolly aus dem Jahr 1849.

Das kleine Theater von Vanemuine
Das „kleine Theater“ des Vanemuine- Theaters bezog nach der kriegerischen Zerstörung seiner eigenen Räumlichkeiten 1944 das ehemalige deutsche Theater. 1978 fiel das Haus einem Feuer zum Opfer und konnte erst 1991 nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten als wunderschöner Jugendstilbau wieder eröffnet werden. Es wird bis heute als das „Kleine Haus“ des Vanemuine-Theaters bezeichnet. Am ursprünglichen Sitz des Vanemuine-Theaters wurde 1967 ein neues Gebäude mit fast 700 Plätzen errichtet und gilt seitdem als „Grosses Haus“ des Vanemuine-Theaters.

Denkmal „Oskar Wilde und Eduard Vilde“
Zwei „Bronzene“ Herren im Gespräch. Die beiden Schriftsteller aus Irland und Estland hatten sicher viele gemeinsame Themen.

Uppsala Haus
Zum Glück schloss Tartu mit der schwedischen Stadt Uppsala einen Partnerschaftsvertrag und einigte sich vertraglich darauf, ein in der Innenstadt Tartu gelegenes Holzhaus gemeinsam zu rekonstruieren und als Gästehaus mit dem Namen „Uppsalahaus“ für Besucher zu verwenden, denn dieses „Holzhaus“ in Tartu ist historisch betrachtet eines der Ältesten in der Stadt und nach der Restaurierung ein sehenswertes Beispiel für die damalige hübsche Holzbauweise.