Museen

Um in Tallinn alle Museen zu besuchen, müsste der Besucher sehr viel Zeit mitbringen, denn die Fülle an unterschiedlichen Ausstellungen der Museen ist enorm und mit einem Besuch der Hauptstadt Estlands fast nicht zu bewältigen. Da die Stadt Tallinn aber auch sonstige Sehenswürdigkeiten und zahlreiche Unterhaltungsangebote für ihre Besucher bietet, ist die Wiederholung eines Kurzurlaubs nach Estland sicher lohnenswert.



Kunstmuseum KUMU
A. Weizenbergi 34 /Valge
1.01. – 30.04. Mi – So 11.00 – 18.00 Uhr
1.05. – 30.09. Di – So 11.00 – 18.00 Uhr
1.10. – 31.12. Mi – So 11.00 – 18.00 Uhr
Dieser hochmoderne Gebäudekomplex erhielt im Jahr 2008 die begehrte Auszeichnung „Europäisches Museum des Jahres“ und ist schon wegen seiner besonders gelungenen Architektur einen Besuch wert. Im Inneren des Museums, das nach fast zehn Jahren Planung und Bau im Jahr 2006 eröffnet wurde, sind Werke von klassischen und zeitgenössischen estnischen Künstlern, aber auch künstlerische Darstellungen aus der russischen Besatzungszeit zu bewundern.

Mikkel Museum
A. Weizenbergi 28 Mi – So 10.00 – 17.00 Uhr
Der private Kunstsammler Johannes Mikkel stiftete 1994 dem Estnischen Kunstmuseum seine
umfangreiche Privatsammlung, die Kunstwerke von asiatischen und europäischen Künstlern umfasst.

Kunstmuseum Kadriorg für ausländische Kunst
A. Weizenbergi 37
1.01. – 30.04. Mi – So 10.00 – 17.00 Uhr
1.05. – 30.09. Di – So 10.00 – 17.00 Uhr
1.10. – 31.12. Mi – So 10.00 – 17.00 Uhr
In diesem wunderschönen Barockschloss, das im Jahr 1718 von dem italienischen Architekten Niccolo Michetti für den russischen Zaren Peter I. zu Ehren seiner Gattin Katharina entworfen wurde, befinden sich Kunstwerke von russischen und europäischen Künstlern aus der Zeit des 16. Jahrhunderts bis zum 20. Jahrhundert. Der Hauptsaal des Schlosses wird heute für festliche Empfänge und Konzerte genutzt, wobei die Kellner bei diesen Veranstaltungen in Gewändern des 18. Jahrhunderts ihre Arbeit verrichten.

Tallinner Stadtmuseum
Vene 17
1.11. – 28.02. Mi – Mo 10.30 – 17.00 Uhr
1.03. – 31.10. Mi – Mo 10.30 – 18.00 Uhr
In einem ehemaligen Wohnhaus aus dem 14. Jahrhundert befindet sich heute das Stadtmuseum von Tallinn, das mit zahlreichen Zeitzeugnissen das Leben in Tallinn zu Zeiten des Mittelalters verdeutlicht. Anhand von Videoaufzeichnungen kann der Besucher die Entwicklung Estlands von den Kriegsjahren bis zur endgültigen Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1991 nachvollziehen.

Niguliste Museum
Niguliste 3 Mi – So 10.00 – 17.00 Uhr
Dieses Museum befindet sich in der St. Nikolaikirche und ist unter anderem Ausstellungsort für eines der bekanntesten Kunstwerke Tallinns – das Fragment des Totentanzes von Bernt Notke (1436-1509), einem Lübecker Maler aus dem 15. Jahrhundert. Der Hochaltar, der Marienaltar und der Altar der Heiligen Familie sind Kunstwerke, die die Bruderschaft der Schwarzhäupter der Kirche gespendet haben. Neben diesen einzigartigen sakralen Kunstschätzen befinden sich in der Silberkammer der Kirche nicht nur das Kirchensilber, sondern auch Silberschmuckstücke der Gilden und der Bruderschaft der Schwarzhäupter.

Okkupationsmuseum
Toompea 8 Di – So 11.00 – 18.00 Uhr

Gebrauchsgegenstände und historisches Bildmaterial aus der Besatzungszeit zwischen 1931 und 1991 wurden dem Museum von den Einwohnern Tallinns zur Verfügung gestellt, um auf anschauliche Weise die fremdbestimmten Lebensumstände in der Stadt Tallinn durch die Okkupation der deutschen und russischen Truppen darzustellen.

Historisches Museum im Schloss Maarjamäe
Pirita tee 56 Mi – So 10.00 – 17.00 Uhr
1987 eröffnete die russische Besatzungsmacht die erste Dauerausstellung in einigen Räumen des Schloss Maarjamäe, die jedoch bald nach der Unabhängigkeit Estlands verändert wurde. Anlässlich des 90. Jahrestages der Gründung der estnischen Republik ist die aktuelle Ausstellung des historischen Museums auf die geschichtliche Entwicklung Estlands nach dem zweiten Weltkrieg ausgerichtet und berichtet aus estnischer Sicht über die repressive Zeit unter der russischen Besatzung bis zur endgültigen Unabhängigkeit im Jahr 1991.
Der dem Schloss zugehörige Park ist für Besucher geöffnet und enthält einige Denkmäler aus der russischen Besatzungszeit.

Estnisches Museum für angewandte Kunst und Design

Lai 17 Mi – So 11.00 – 18.00 Uhr
Die Ausstellungsgegenstände dieses Museums ermöglichen einen umfassenden Eindruck der Arbeiten estnischer Künstler in den Bereichen angewandte Kunst und Design Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit.

Estnisches Museum für Architektur
Ahtri 2 Mi – So 11.00- 18.00 Uhr
Die Stadtverwaltung Tallinns hat dem Museum einen Modellnachbau der Stadt Tallinn zur Verfügung gestellt, der die Dauerausstellung über die Entwicklung der estnischen Architektur hervorragend ergänzt.

Estnisches Theater und Musikmuseum
Müürivahe 12 Mi – Sa 10.00 – 18.00 Uhr
Alte estnische Musikinstrumente wie Hausorgeln oder Blashörner sind neben einer Bibliothek mit Dokumenten und Büchern zur Musik – und Theatergeschichte Estlands Teil der Ausstellung.

Adamson – Eric Museum
Lühike jalg 3 Mi – So 11.00 – 18.00 Uhr
In diesem Kaufmannshaus aus dem Mittelalter sind die zahlreichen und ausdrucksstarken Werke
des estnischen Künstlers Erich Carl Hugo Adamson-Eric (1902-1968) ausgestellt. Nicht nur als herausragender Maler, sondern auch als bildender Künstler erfuhr er nach seinen Auslandsstudien in Berlin und Paris weit über die Grenzen von Tallinn hinaus grosse Anerkennung für sein künstlerisches Schaffen.

A.H. Tammsaare Museum
L. Koidula 12 A Mi – Mo 10.00 – 17.00 Uhr
Für die estnische Bevölkerung ist der Schriftsteller Anton Hansen Tammsaare (1878-1940) der wichtigste literarische Vertreter des 20. Jahrhunderts. Das Museum im Kadriog-Park hat die Wohnung des bekannten und geschätzten Schriftstellers originalgetreu wieder hergestellt und für Besucher zugänglich gemacht. Sein wohl bekanntestes Werk ist der fünf Bände umfassende Roman „Wahrheit und Gerechtigkeit“ aus den Jahren 1926 bis 1933, in denen er über das gesellschaftliche Leben aller Bevölkerungsschichten berichtet und den estnischen Charakter im Umgang mit der damaligen Fremdherrschaft aus seiner Sicht darstellt.

Eduard Vilde Museum
Roheline aas 3 Mi – Mo 11.00 – 18.00 Uhr
Auch Eduard Vilde (1865-1933) zählt zu den renommiertesten Schriftstellern Estlands und wohnte
in seinen späteren Lebensjahren in einem wunderschönen Barockholzhaus im Kadriog-Park. In mehreren Zimmern seiner ehemaligen Wohnung stellt das Museum heute seine Werke aus und hat die übrigen Wohnräume des Künstlers originalgetreu restauriert. Die oberen Räumlichkeiten werden für moderne Kunstausstellungen genutzt.

Estnisches Energiemuseum
Pöhja pst 29 Mo – Fr 10.00 – 18.00 Uhr, Sa 12.00 – 17.00 Uhr
Im früheren Elektrizitätswerk ist heute ein Energiezentrum eingerichtet, das grossen und kleinen Besuchern die Möglichkeit bietet, aktiv an wissenschaftlichen Versuchen teil zu nehmen und den verschiedenen Bereichen der Naturwissenschaften auf unterhaltsame Art näher zu kommen.

Estnisches Naturkundemuseum
Lai 29 Mi – So 10.00 – 17.00 Uhr
Naturinteressierte Besucher sind hier genau richtig, denn das Naturkundemuseum in Tallinn verfügt über unzählige Tierarten, die in Estland leben und dort aus der Nähe zu besichtigen sind. Kaum jemand bekommt einen Bären oder Wolf in der freien Wildbahn so nah zu Gesicht , das er das eindrucksvolle Gebiss dieser Tiere in Augenschein nehmen könnte und eine direkte Vorstellung von ihrer Gefährlichkeit erhält. Aber auch harmlosere Tierarten wie Vögel und Rotwild aus den estnischen Wäldern stehen im Museum. Der grösste jemals in der Ostsee gefangene Fisch – ein 2,9 m langer Atlantikstör – ist ein besonders imposantes Beispiel für die beliebten Besichtigungsobjekte des Museums.

Estnisches Schifffahrtsmuseum

Pikk 70 Mi – So 10.00 – 18.00 Uhr
In dem alten Wehrturm „Dicke Margarete“ befindet sich seit 1935 das estnische Schifffahrtsmuseum. Anhand von alten Seekarten, Teilen von Schiffswracks, alten Navigationshilfen, Aufzeichnungen über den Bau von Schiffen und alten Fischfanggeräten dokumentieren die Ausstellungsexponate die geschichtliche Entwicklung der Seefahrt und Fischerei in Estland.
Im alten Hafen für Wasserflugzeuge aus dem Jahr 1916 (Küti 15A, Mi-So 10.00 – 18.00 Uhr) liegen seit 2004 die Seefahrzeuge des estnischen Schifffahrtsmuseum. Nicht nur der weltweit grösste erhaltene Eisbrecher (Suur Töll) mit Dampfantrieb, der im Jahr 1914 in Stettin gebaut wurde liegt hier, sondern auch das frühere baltische Marine U-Boot Lembit aus dem Jahr 1936 ist neben dem ehemaligen Patrouillienboot „Grif“, das bis 2001 noch im Einsatz für die Estonische Marine war, ein interessantes Besichtigungsobjekt in der Ausstellung unter freiem Himmel.
Das Seeminenmuseum ( Uus 37, Mi – Sa 10.00 – 16.00 Uhr) im Gebäude des ehemaligen Schiesspulverdepots ist ebenfalls dem Schifffahrtsmuseum angegliedert. In der Ausstellung sind eine Unzahl an Minen aus vergangenen Kriegszeiten zu besichtigen, die in den letzten Jahren aus der Ostsee entfernt wurden.

Estnisches Museum für Gesundheitswesen
Lai 30 Di – Sa 11.00-18.00 Uhr
Dieses Museum wurde ursprünglich 1932 in Tallinn eröffnet und durch Vandalismus in den fünfziger Jahren zerstört. Die Wiedereröffnung 1980 stellte ein ungewohntes Konzept der zukünftigen Ausstellungen vor, denn eines der Hauptthemen sollte die verstärkte Information der Besucher in Bezug auf eine gesunde Lebensweise und die Vorgänge im menschlichen Körper sein. Bewegliche oder gläserne Modelle, die die Funktionsweise des menschlichen Körpers veranschaulichen, stehen zur Besichtigung in der Ausstellung. Seit 2000 beschäftigt das Museum einen ausgebildeten Spezialisten für medizinische Fragen, der Vorträge zu diversen gesundheitlichen Themen hält. Kinder und Jugendliche werden in besonderen Veranstaltungen über aktuelle Themen wie Drogenmissbrauch, Geschlechtskrankheiten, aber auch Erste Hilfe bei Unfällen oder Erkrankungen durch ungesunde Lebensführung aufgeklärt und können jederzeit Fragen, die sie zu diesen Themen haben, stellen. .

Museum für Kinder
Kotzebue 16
1.03. – 31.10. Mi – So 10.30 – 18.00 Uhr
1.11. – 28.12. Mi – So 10.30 – 17.00 Uhr
Ein kleines Paradies für grosse und kleine Liebhaber von Teddybären, Puppen in volkstümlicher Tracht und jeder Menge anderem Spielzeug.

Miia-Milla Manda (Kindermuseum)
Koidula 21 C Di- So 12.00 – 18.00 Uhr
Mitten im Kadriog-Park steht dieses schnuckelige kleine Holzhaus aus dem Jahr1937 und empfängt seine kleinen und grossen Museumsbesucher mit zahlreichen vergnüglichen Unterhaltungen und Workshops. Kinder von 3-11 können in dieser kindgerechten Atmosphäre ihrer Kreativität und ihrem ungezwungenem Entdeckerdrang freien Lauf lassen, dürfen an altersgerechten Bastelstunden teilnehmen oder einfach wunderschön spielen. Fragen der Kinder zu der Ausstellung oder den angebotenen Beschäftigungen werden umfassend und geduldig beantwortet.

Estnisches Freilichtmuseum Rocca al Mare
Vabaöhumuuseumi tee 12
23.04. – 28.09. Mo – So 10.00 – 20.00 Uhr
29.09. – 22.04. Mo – So 10.00 – 17.00 Uhr
Das Freilichtmuseum in Tallinn bietet dem Besucher in einem wunderschönen Park die Möglichkeit, hautnah das ländliche Leben im mittelalterlichen Estland kennenzulernen. Auf dem Gelände kann man Bauernhöfe, eine alte Dorfkirche, eine Dorfschule und natürlich auch eine Dorfschenke besichtigen, in der man sich nach einer Fahrt mit einem alten Pferdewagen ein traditionelles Essen nach der ausgiebigen Besichtigung gönnen sollte, um den Eindruck vom typisch estnischen Landleben abzurunden.
Je nach Jahreszeit finden immer wieder Themenveranstaltungen statt, die auch bei der estnischen Bevölkerung sehr beliebt sind.
Innerhalb des Museums können original estnische Handarbeiten käuflich erworben werden.