Pflanzen

In Estland besteht fast die Hälfte des Landes aus bewachsener Grünfläche. Nicht umsonst ist die Birke ein nationales Symbol, denn sie ist neben Kiefern, Espen, Tannen und Fichten der häufigst vorkommende Baum in den estnischen Mischwäldern, in denen im Sommer wunderbare Pilze und Waldbeeren auf die zahlreichen Sammler warten. Zur Reifezeit ist es üblich, diese zu sammeln und als Marmelade oder Kompott für den Winter zu verarbeiten. Die Artenvielfalt der einheimischen Pflanzen ist in den zahlreichen Naturschutzgebieten und auf den Wiesen der Hochmoore gut geschützt. So wachsen auf den nur noch in Estland zu bewundernden Gehölzwiesen unglaublich viele verschiedene Sorten von Orchideen, Anemonen und die blaue Kornblume (Nationalblume Estlands), die jeden Wanderer mit ihrer Blütenpracht beeindrucken. Auch Heidekräuter wie die bekannte Sorte „Erika“ und dichte Wacholderbüsche sorgen für Abwechslung in der ansonsten dicht bewaldeten Landschaft. In den sumpfigen Moorgebieten findet man die hochgiftige Sumpfdotterblume und die Küchenschelle, beides Pflanzen, die in Feuchtgebieten besonders gern wachsen, aber mit Vorsicht zu behandeln sind.



Schon bei ungeschützter Berührung kann es zu Hautausschlägen und Schwellungen kommen, ganz zu schweigen von den Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen und Schwindel, die der Verzehr dieser Pflanze hervorruft. So wie man sich beim Pilze sammeln auskennen und im Zweifel auf den Verzehr verzichten sollte, ist auch der richtige Umgang mit bestimmten Pflanzenarten vom Kenntnisstand des „Blumenfreundes“ abhängig. Im Zweifelsfall ist „Stehen lassen“ immer die bessere Entscheidung und so erfreut sich auch der nächste Wanderer sicherlich an der bestehenden Blütenpracht.