Traditionelle Feiertage

Die Menschen in Estland schätzen ihre Feiertage und nehmen auch an den folkloristischen Veranstaltungen sehr gerne und zahlreich teil. In den meisten Familien werden bestimmte Gebräuche an speziellen Tagen noch immer eingehalten und an die nachkommende Generation weiter gegeben, um traditionelle estnische Werte zu erhalten.



24. Februar – Tag der ersten staatlichen Unabhängigkeit
An diesem Tag feiert die Bevölkerung von Estland ihre erste Unabhängigkeitserklärung aus dem Jahr 1918

April – Ostern
Am Karfreitag werden traditionell die Ostereier gefärbt. Am Ostersonntag sitzt die Familie beim Frühstück und jedes Familienmitglied kickt mit seinem Gegenüber ein buntes Osterei aneinander, wessen Ei heil bleibt hat gewonnen.

1. Mai – Walpurgis-Nacht
Die Sage berichtet, das sich in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai die Hexen auf den Anhöhen der Gegend treffen und ein Mondfest mit grossen „Hexenfeuern“ feiern. Tatsächlich finden aber heutzutage am 1. Mai in Estland ausschweifende Studentenfeste mit Gesang,Tanz und reichlich „geistigen“ Getränken statt. Auch für die „normale“ Bevölkerung ist dieser Tag ein vergnüglicher „Feiertag“, an dem grosse Maifeuer angezündet werden und um die aufgestellten Maibäume getanzt wird.

23. Juni – Jahrestag der siegreichen Schlacht von Vönnu 1919

24. Juni – Johannistag (Jaanipäev)
Jeder Este versucht an diesem besonderen Tag der Mittsommernacht ( Jaanipäev) auf dem Land an den zahlreichen Festen teil zu nehmen. Die Städte sind an diesem Tag ziemlich leer, denn die meisten Menschen besuchen mit ihren Familien irgend einen Verwandten, der noch auf dem Land lebt. Traditionell beginnen die Feierlichkeiten am Abend des 23. Juni und dauern bis zum nächsten Morgen. Die ganze Nacht über brennen leuchtende Feuer, es wird gesungen und getanzt und die jungen Männer zeigen ihren Mut beim Überspringen der Feuerstellen. Die jungen und unverheirateten Mädchen sammeln wilde Blumen und Gräser, da man den Blumen in dieser Nacht magische Kräfte für die Liebe nachsagt. Sie binden Kränze daraus und schmücken sich damit
für ihren Zukünftigen oder legen ihn unter das Kopfkissen in der Hoffnung, das sich ihnen ihr „Zukünftiger“ im Traum zu erkennen gibt.

20. August – Tag der erneuten Unabhängigkeit von Russland im Jahr 1991

November – Am Martinstag verkleiden sich die Kinder in Estland und gehen von Haus zu Haus. Sie singen und tanzen für ihre Nachbarn und werden mit Süssigkeiten dafür belohnt.

24. Dezember – In Estland wird das Weihnachtsfest besonders geschätzt, da zu Zeiten der russischen Besatzung dieses Fest verboten war. Der Weihnachtsbaum wird mit Süssigkeiten, kleinen Spielzeugen und Figuren geschmückt, bevor die Kerzen nach dem Essen angezündet werden. Normalerweise trifft sich die ganze Familie am Heiligen Abend, besucht die Weihnachtsmesse und setzt sich anschliessend zum gemeinsamen Essen zusammen, welches traditionell aus Schweinsblutwurst (veri vorst) oder einem Schweine – oder Kalbsbraten, Röstkartoffeln und Sauerkraut (mulgikapsad) besteht. Zum Kaffee werden die selbst gebackenen Hafer – oder Honigkekse mit Zuckerglasur serviert, bevor es zur Verteilung der Geschenke kommt. Es wird wohl kaum einen Weihnachtsbaum in ganz Estland geben, unter dem nicht mindestens ein handgestrickter Pullover, Schal oder ein Paar Socken für die Lieben verpackt ist, denn gerade diese traditionellen Handarbeiten sind als Geschenk sehr beliebt.