Estnische Volksmusik

Musik spielte in der estnischen Kultur schon immer eine erhebliche Rolle und ist in seinen Wurzel auf uralte Schamanengesänge aus der Zeit vor Christus zurückzuführen. Diese alten Runengesänge (Runolaulud) wirkten durch die Verwendung von Stabreimen und den ständigen Wiederholungen von musikalischen Motiven fast wie vertonte Beschwörungsformeln. Durch den Jahrhunderte dauernden Einfluss des Deutschen Ordens wurde das kulturelle Leben ist Estland stark beeinflusst und auch musikalisch flossen zahlreiche deutsche Volkslieder in das estnische Liedgut ein, die bis heute als traditionelle estnische Volkslieder bei Folklore-Veranstaltungen gesungen werden.



In fast jeder Gemeinde in Estland existiert heute ein aktiver Chor und eine Volkstanz-Gruppe mit eigener Tracht, denn die Esten singen nicht nur gerne, sondern legen auch sonst grössten Wert auf den Erhalt ihrer Traditionen zur Unterstützung ihres Nationalbewusstseins. Letztendlich haben die Menschen in Estland sich durch die „Singende Revolution“ 1989 auf dem Sängerplatz in Tallinn ihre Unabhängigkeit mit ihrem ausgeprägten Nationalgefühl „erkämpft“. Die Kraft der Stimmen von vielen Tausenden Menschen hat auch den russischen Besatzern den unbändigen Freiheitswunsch der estnischen Bevölkerung überzeugend dargestellt. Selbst die verbotene Nationalhymne stimmten die friedlichen Revolutionäre – geschützt durch die immense Kraft der Gemeinschaft – an und demonstrierten damit ihre Entschlossenheit zur Unabhängigkeit.